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Museum Eckernförde : Sonderausstellungen : Michael Sakuth, "Alles im Rahmen" - Porträtfotografien
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Michael Sakuth, "Alles im Rahmen" - Porträtfotografien

1997 begann Michael Sakuth (Jahrgang 1968) damit, Menschen aus seiner Umgebung und aus dem Umland von Kiel zu porträtieren. Die Tatsache allein wäre nicht allzu aufregend, wäre da nicht ein die Aufnahmen miteinander verbindendes Motiv: der Rahmen im wörtlichen Sinn, in dem sich die Menschen zeigen. Wir sehen Fensterrahmen, Türrahmen, Bilderrahmen, Autotürrahmen, Fahrradrahmen – eben "Alles im Rahmen". Ende 2001 hat der Kieler Fotograf die Arbeit abgeschlossen. Menschen aller Altersgruppen und unterschiedlicher sozialer Herkunft hatten in ihrem persönlichen Umfeld, das auch das berufliche sein konnte, dem Fotografen "Modell gestanden". Sakuths Intention war, durch die rahmenden Fenster und Türen sowie den zugehörigen Zierrat oder auch Pflanzen Zugang zu und Aufschluss über die Porträtierten zu bekommen.

Unterschiede zwischen Stadt- und Landmenschen oder auch zwischen den Altersgruppen werden unübersehbar. Im Vergleich sieht man, wie die Menschen in ihre Umgebung passen und sich in ihr verhalten. Björn Engholm bemerkt in seinem Vorwort zum Katalog: Die Fenster sind die Rahmen ihres Lebens, sind das Gehäuse ihrer privaten wie beruflichen Prägungen, im vertrauten Fenster tragen sie die Seele im Gesicht: mal kündet der Ausdruck von Stolz, mal von Gelassenheit, Bescheidung wird sichtbar wie auch Skepsis, Fröhlichkeit offenbart sich neben Ernst. Es sind Porträts voller Respekt und Achtung vor den Porträtierten…

Mit diesem ehrgeizigen Projekt greift Sakuth Ideen des rheinischen Fotografen August Sander (1876 – 1964) auf, der seit 1910 an einem Projekt "Menschen des 20. Jahrhunderts" arbeitete, zu dem 1929 vorab 60 Aufnahmen unter dem Titel "Antlitz der Zeit" erschienen sind. Der deutsche Schriftsteller Alfred Döblin verfasste damals den Begleittext zum Buch: Vor vielen dieser Bilder müsste man ganze Geschichten erzählen, sie laden dazu ein, sie sind Material für Autoren, das reizender ist und mehr hergibt als viele Zeitungsnotizen. (August Sander, Antlitz der Zeit. 60 Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts. Neudruck, München 1976)

Eine dieser Fotografien ist geradezu prototypisch für Sakuths Arbeiten: der Berliner Kohlenträger von 1929. Kraftvoll tritt der Mann mit leerer Kohlenkiepe aus dem dunklen Kellerzugang ins Tageslicht, frontal auf den Fotografen und Betrachter zu. Allerdings ist hier der Rahmen nicht primärer Anlass, sondern Attribut zur Charakterisierung des Arbeitsumfeldes. Formal findet sich hier die präziseste Formulierung des Motivs – Türrahmen und Bildrahmen verlaufen parallel, der Porträtierte befindet sich im Zentrum.

Eine solche formale Strenge ist Sakuths Intention nicht: seine "Porträts im Rahmen" sind formal fast immer gebrochen, sie variieren in der Wirkung mal durch Verschiebung der Mittelachse, mal durch Beiwerk wie Pflanzen oder Gegenstände, ein andermal durch perspektivische Verkürzung des "Rahmens" oder auch durch Nahsicht auf die Personen. Porträtierte und "ihr" Rahmen stehen in enger Beziehung zueinander, verweisen aufeinander und geben sich gegenseitig Halt. Wie August Sander überlässt Michael Sakuth dennoch nichts dem Zufall; seine Menschenbilder sind bis ins Detail komponierte Aufnahmen, worin ihre künstlerische Qualität besteht.

info

Laufzeit: 26. Januar bis 2. März 2003

Öffnungszeiten
: Di – Sa 14.30 – 17 Uhr, So 11 – 17 Uhr

Begleitende Veranstaltungen:

Treffpunkt Museum: Kunst im Gespräch mit Dagmar Rösner M.A. am 12. Februar um 18.00 Uhr



 

 
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