Um den geheimnisvollen Grafen von St. Germain ranken sich viele Legenden. Während seine Herkunft nicht eindeutig belegt werden kann, ist sein Tod nachweisbar: Er starb am 27. Februar 1784 in Eckernförde und wurde in der St.-Nicolai-Kirche beigesetzt. Doch sein Grab ist nach einer Sturmflut im 19. Jahrhundert nicht mehr auffindbar.
Komponist, Alchemist, Geheimagent, Okkultist – der vielsprachige St. Germain bewegte sich in den höchsten Kreisen der europäischen Gesellschaft und Politik seiner Zeit. Bereits in seinem Umfeld fanden sich Verehrer wie Verächter, er polarisierte damals ebenso wie heute. Seine rätselhafte Persönlichkeit begegnet uns in literarischen Werken etwa von Rainer Maria Rilke, Alexander Puschkin, Karl May oder Umberto Eco.
Nach einem Leben in Frankreich, England, den Niederlanden und – nach eigenen, allerdings nicht unabhängig überprüfbaren Angaben – Aufenthalten in Russland und dem Orient, kam er schließlich nach Eckernförde. Unter dem Protektorat des Landgrafen Carl von Hessen experimentierte er in der leerstehenden Otteschen Fabrik in der Kieler Straße mit Farben und Metalllegierungen.
1712 ??
mögliches Geburtsjahr
1743
erstes Auftreten in der Öffentlichkeit als Musiker in England
1745
am 5. Dezember Verhaftung unter dem Vorwurf, ein jakobinischer Spion zu sein
1749, 1750, 1758
Veröffentlichung von Musikwerken
1758
Laboratorium im Loire-Schloss Chambord, danach gefragter Gast Pariser Tischgesellschaften
Frühjahr 1760
Friedensverhandlungen in Holland, Flucht nach England
1763
Färbefabrik mit Botschafter Cobenzl und Madame Nettine in den österreichischen Niederlanden
1774 – 1776
beim Markgrafen Karl Alexander von Ansbach
1776 – 1778
in Sachsen, Berlin und Altona
1779 – 1784
beim Landgrafen Carl von Hessen, die letzten Jahre in Eckernförde
1784
am 27. Februar Tod in Eckernförde