Bildschnitzer: Die Familie Gudewerdt

Vom Ende des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts erlebte die Holzschnitzkunst in Eckernförde eine Blütezeit, in deren Mittelpunkt die Bildhauerfamilie Gudewerdt stand.

Hans Gudewerdt d. Ä. (um 1560/70 – ca. 1624) ist bekannt als Schöpfer reich geschnitzter Truhen mit Darstellungen christlicher Motive im Stil der Renaissance, die sich heute im Besitz norddeutscher und dänischer Museen befinden. Auch die Kanzeln der Eckernförder St.-Nicolai-Kirche und der Gettorfer St.-Jürgen-Kirche stammen aus seiner Hand.

Sein Sohn Hans Gudewerdt d. J. (1593/1603 – 1671) wurde der bedeutendste Bildschnitzer des Barock im Herzogtum Schleswig. Nach einer Lehrzeit bei seinem Vater und langjähriger Wanderschaft durch Europa schuf er zahlreiche Altäre, Kanzeln und Epitaphien für norddeutsche und dänische Kirchen. Aus dem Jahr 1640 stammt der Altar der St.-Nicolai-Kirche in Eckernförde, der als eines seiner Hauptwerke gilt. Für die Kirche schnitzte er außerdem um 1650/51 ein Epitaph für Heinrich Riepenau und 1661 ein Epitaph für Thomas Börnsen, das als eines seiner letzten Werke gilt und stilistisch bereits den Übergang zum verspielteren Rokoko erkennen lässt.

Kaufleute: Die Kaufmannsfamilie Otte

Die Ottes waren eine alteingesessene, bereits um 1600 in Eckernförde nachgewiesene Kaufmanns­familie. Ihre wirtschaftliche Blütezeit erlebte sie im 18. Jahrhundert. Christian Otte (1674–1747) begründete als Kaufmann, Reeder und Korn- und Weingroßhändler eine Unter­nehmerdynastie, deren Mitglieder wichtige Verwaltungs­posten im Herzogtum Schleswig besetzten.

Das älteste bekannte Geschäftshaus der Familie ist der Speicher in der Langebrückstraße aus dem Jahre 1723. Christian Otte stiftete 1739 ein Armen- und Altersheim, das Ottestift. Die Armenstiftung besteht noch heute.

Christian Ottes Söhne gehörten um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu den angesehensten Bürgern der Stadt. Der bedeutendste unter ihnen war Friedrich Wilhelm Otte (1715–1766), der von 1741 bis 1756 Bürgermeister der Stadt war. Nach dem Tod seines Vaters hatte er das Unternehmen übernommen und erfolgreich ausgebaut. Seine Schiffe waren auf den Weltmeeren unterwegs.

Zusammen mit seinem Bruder Johann Nikolaus Otte (1714–1780) gründete er u.a. eine Fayence­manufaktur, ab 1759 zunächst auf Gut Criseby bei Rieseby. Sie wurde 1765 nach Eckernförde verlegt und produzierte hier bis 1780 Fayencen von heraus­ragender Qualität.

Die Ostseesturmflut 1872 in Eckernförde

In der Nacht vom 12. auf den 13. November 1872 brachte eine gewaltige Sturmflut Zerstörung und Not über die Stadt Eckernförde. Mehrere Augenzeugen schilderten in eindrücklicher Weise die Ereignisse und das Ausmaß der durch Sturm und Wasser entstandenen Schäden. Die 13-jährige Eckernförderin Clara Lübbes berichtete über die Vorkommnisse in ihrem Tagebuch, der Gutsbesitzer von Windeby Peter Christian Schmidt in einem Brief an seinen Sohn. Der Lehrer Hans-Jürgen Henningsen verfasste eine poetische Schilderung der Ereignisse.
Luca Janicki hat im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres 2021/2022 die Augenzeugenberichte als Audiobeiträge konzipiert und das Skript geschrieben und umgesetzt.

Einleitung und Erinnerungen von Clara Lübbes

Der Gutsbesitzer von Windeby Peter Christian Schmidt in einem Brief an seinen Sohn

Die poetische Schilderung des Lehrers Hans-Jürgen Henningsen


Mitwirkende
Luca Janicki: Clara Lübbes
Wolfgang Berger: Peter Christian Schmidt und Hans-Jürgen Henningsen
Svend-Roland Kock, spotworks: Sprecher Rahmenhandlung und Produktion

Sonderausstellungen

Aktuelle und geplante Ausstellungen

Vergangene Sonderausstellungen

Vergessen und ­Verdrängt?

Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und die Not der Nachkriegszeit sind nicht spurlos an Eckernförde vorbei­gegangen. Fotos, Dokumente und Objekte geben Einblick in die Lebens­situation der Menschen während des Dritten Reiches sowie der Geflüchteten, die ab 1945 in Eckernförde eine Bleibe fanden.

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Eckernförder Köpfe

Die Bildschnitzer Gudewerdt, die Kaufmannsfamilie Otte, der legendenumwobene Graf von St. Germain, der Verfassungsrechtler Lorenz von Stein und der Dichter Wilhelm Lehmann ­waren Persönlichkeiten, die die Stadt- und Kulturgeschichte mitgeprägt haben.

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